Da das Wetter bereits seine Bikinifigur hat, beschloß ich, den Tag etwas unter niedlichen Geschöpfen zu verbringen. Also sattelte ich meinen Drahtesel und begab mich auf die Reise zum ansässigen Wildpark. Die Reise verlief ereignislos, war unbeschwert und dank etwas Proviant von zwei Dönern wurde mir auch um meinen Magen nicht bange. Bei meiner Ankunft erblickte ich bereits eine Rotte von quakenden Müttern, die von Kopf bis Fuß bepackt mit Säuglingen, sehr ernsthaft über Kindergartenplätze stritten. Ich rollte gutgelaunt in Richtung des erste Geheges, in denen laut Schild ein Elch hausen sollte. Der Elch war ungefähr 1,70m hoch, besaß keinerlei Haupthaar und bemühte sich, Rost von einer wahllos im Gehege platzierten Wanne zu entfernen. Er sah mich mit einem recht dümmlichen Gesichtsausdruck in seinen kleinen Augen an und sprach: „Hier könnse nisch so wie ä Kaputter lang brettern! Fahrrad fahren is hier verboten, könnse nisch läsen oder was?!“. „Ist das ein Rätsel?“ stammelte ich und stieg von meinem Zweirad, um es von nun an zu schieben. Insgeheim schwor ich mir, auf meinem Rundgang mindestens 12 Sorten Tierkot aufzusammeln, um den Elch später feierlich damit zu bewerfen.
Ich kam nun an eine Wiese und sah allerlei Getier um mich herum. Hirsche, Füchse, Dachse und Kleinkinder waren zugegen, um in Ihrer natürlichen Lebensumgebung mein Herz zu erfreuen. Ein Opa schleifte seinen teilnahmslos dreinblickenden Enkel hinter sich her und wies mit einem riesigen Ast auf Schilder, wobei er gegenüber dem Kinde scheinbar wahllos über Rechtsschutzversicherungen von Bibern referierte. Ich erfragte den Weg zum Tyrannosauriergehege und erntete verständnislose Blicke. Sicherlich hatten die Beiden ebenfalls das Geld für einen Parkplan sparen wollen.
Ich kam zur Wiese der Ziegen und vertiefte mich mit einer Heidschnucke in ein Gespräch über die Möglichkeit der Existenz von Wurmlöchern im Quantenschaum auf subatomarer Ebene. Als wir das laute Knacken eines Astes hörten, blickten wir uns erschrocken um und sahen die Mütter am Avocadogehege randalieren. Sie bewarfen das Rotwild mit Böllern und fauchten den Elch an, der panisch auf einen Baum kletterte und in Richtung Süden davon flog. Die Mütter markierten die umstehenden Bäume mit Ihrem Urin und zogen in Richtung Blockhaus weiter, um an Bratwürsten zu äsen. Da die Gefahr nun vorbei zu sein schien, kaufte ich mir ein Eis und einen mittelgroßen Otter. Gedankenverloren streichelte ich das Eis und leckte am fauchenden Otter, während ich mich dem Ende meines Rundgangs näherte. Am Dachsbau tauschte ich schnell zwei Kinder gegen eine Handvoll Sauerkirschen, mit denen ich später noch den Tyrannosaurier füttern wollte. Leider war dieser nicht mehr zugegen – durch ein Unglück, wie ich erfahren musste. Durch eine Renovierung seines Stalls war er von der Parkleitung überredet worden, übergangsweise in einem Hotel in Halle zu nächtigen, weswegen er spontan beschloß, auszusterben.
Ein wenig bedrückt, dafür aber mit einer Handvoll Abenteuer und zwei neuen Waschbären im Gepäck, bestieg ich mein Fahrrad und fuhr wieder in meine Wohnung und gönnte mir eine Tasse Kaffee und zwei Striche WLAN.

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