Ich bin eifersüchtig auf euer Leben. Ich sehe weder eure Probleme noch eure Sorgen. Nee, ich sehe eure Freunde, euren Erfolg und den Spaß den ihr habt. Vor lauter Mißgunst und Unzufriedenheit kann ich kaum noch etwas sehen. Ich krempel mein Leben um wie Socken und schmeiß es doch nur wieder in den Wäschekorb. Ich kann nicht einfach stehen bleiben und innehalten weil mein Kopf die Fresse nicht halten kann. Man sollte doch meinen, dass ein helles Köpfchen wie ich etwas Selbstdisziplin an den Tag legen kann. Monsieur Hinterkopf weiß ja, dass nur positiver Lebenswandel daraus entstehen würde und trotzdem oder gerade deswegen bekomm ich das nicht hin. Nein, ich suche Lösungen in alkoholischen Lösungen.

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Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und ist so nie passiert. Alle Personen und Handlungen sind ihr Gewicht in Zimt wert und verachten Claus Kleber.

Dringende Geschäfte führten mich in ein Bürgeramt meiner Stadt, in das ich mich eine halbe Stunde vor Öffnung begab, um möglichst schnell mein Begehren vortragen zu können. Ich nahm einen Zettel vom Nummernzettelabreißgerät und setzte mich neben die 14 Menschen, die vor mir drankommen sollten. Die Zeit verging. Ab und an hörte man hinter der Bürotür das typische Geräusch von Büromenschen, die in ihrer 4. Frühstückspause einen Kuchen reissen.

Tag 2

Ein paar Vordrängler wurden überwältig, gehäutet und ihre Köpfe als Abschreckung auf die Sitzreihe 7a gelegt. Ich applaudiere zustimmend.

Tag 13

Ich habe mir einen Schlafplatz unter der Topfpflanze erkämpft. Ich nenne sie Klaus und erzähle ihr von meinem früheren Leben.

Tag 76

Ein älterer Mann, der im Alter von 7 eine Bedienungsmarke abriss, kam vorbei um zu schauen ob er bald dran ist. Er ging weinend.

Tag 77

Am Infobrett entdecke ich einen Hinweis, doch bitte eine Abschrift des Ausweises bereit zu halten. Er trägt das Datum vom 16.07.1749.

Tag 102

Wir singen den Kindern die auswendig gelernten Antragsformulare als Schlaflieder vor. Frau Wagenknecht hat einen Kopierer adoptiert, doch er ist krank und wird nicht mehr lange durchhalten. Wir beschließen, es ihr nicht zu sagen.

Tag 176

Die Lage scheint sich zu bessern. Mittlerweile gibt es fast wöchentlich einen Aufruf. Vor mir sind nur noch 200 Leute und die Hälfte wird die Pest holen, die am Infobrett ausbrach. Ich schöpfe neuen Mut.

Tag 234

Einer der Männer die vor mir dran sind, fragt mich nach Neuigkeiten von der Front in Verdun.

Tag 460

Die Gruppe um Frau Wagenknecht kolonisiert die Sitzreihe 4b und ruft die Republik von Kopierpapieristan aus.

Tag 6??

Ich habe längst vergessen wie man spricht oder läuft. Ich weiß nur dass alle zur Götze der Aufrufsanzeigetafel beten und die Vorräte an Teppich fast aufgegessen sind. In einer Ecke versucht jemand, eine Bodenfliese zu kultivieren um Gemüse darauf anzubauen.

Tag ????

Sagt meiner Famile dass ich sie liebe. Ich hoffe das hier findet eines Tages jemand und berichtet der Welt davon.

Weniger Tweets, mehr Blog.

Weniger hängen, mehr Bewegung.

Weniger Rücksicht, mehr Hängen.

Weniger Frust, mehr Fanta.

Weniger Wespen, mehr Drums.

Weniger Sudan, mehr Aufklärung.

Weniger Aufklärung, mehr Aufopferung.

Weniger suchen, mehr finden.

Weniger skypen, mehr besuchen.

Weniger Ordnung, mehr Chaos.

Weniger Rand, mehr Mitte.

Weniger Kunst, mehr Meese.

Weniger Bildung, mehr Bilder.

Weniger Kooperation, mehr Konfrontation.

Weniger Konfrontation, mehr Kooperation.

Weniger Bank, mehr Geld.

Weniger Brieftasche, mehr Brusttasche,

Weniger Herz, mehr Kontrolle.

Weniger Trolle, mehr Trolle.

Weniger Graffiti, mehr Flammen.

Weniger Resignation, mehr Follower.

Weniger Stumpfsinn, mehr Blödsinn.

Weniger Vergessen, mehr Vergeben.

Weniger Verdrängen, mehr Vergeben.

Weniger Akzeptieren, mehr Vergeben.

Weniger Vergeben, mehr VERBEN SCHREIBT MAN KLEIN, ZIEGE!!!

Die Sonne hat heute gute Laune, selbst wenn sie auf mich scheinen muss. Ich respektiere das. Sitz draussen, angelehnt an so einem Ding mit so grünen Flusen an den Enden. Haha verarscht! Ich weiß natürlich von Minecraft dass das ein Baum sein muss. Es ist 11:11 und wenn man das zusammenwurstet und mit 2 multipliziert kommt 9 raus, oder so. Niemandem wird die wunderbare Symmetrie so vieler heiliger Zahlen entgehen. Ich will lediglich darauf hinaus, dass ich nicht weiß was ich schreiben soll. Oh, Schulanfang oder so. Leute schleppen Leckereien durch die Gegend. Und das ohne Eskorte. Fast schon arrogant wie sicher die sich fühlen. Dabei hatte ich noch kein Frühstück und mein Magen die Kapazität, eine Mett-Giraffe zu verdauen. Justin-Dustin interessiert sich doch sowieso nur für seine… DER KLEINE BASTARD HAT 3 (in Worten. DREI!) SCHULTÜTEN?! Dafür dass er nur Vieren und Klassenverweise nach Hause bringen wird?! Dafür dass er Jasmin-Maria in der 7. schwängern wird?!

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Ich hatte eine Schultüte und die war doof :(. Alle anderen Kinder hatten Kinderlade und Jojos bekommen, nur ich Schulzeug. Ich war meine ganze schulische Laufbahn der, der auf Bleistiften statt Lollis rumkaut. Nur als Sündenbock war ich ziemlich gut. Der Klassenbeste sozusagen. Seltsam eigentlich dass meine ehemaligen Mitschüler das Klassentreffen überlebt haben. Das klingt jetzt bestimmt verbittert. Aber ich bin zufrieden, wirklich.

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Die Schulanfangsdelegation blickt traurig drein. Anscheinend haben sie realisiert dass Schulanfang nicht zwingend bedeutet dass man das Balg den Vormittag über los ist und man sich in Ruhe über die eigene Schulzeit unterhalten kann. Die verpassen aber nichts, da 84% aller Sätze erfahrungsgemäß sowieso nur aus den Wörtern „ich“, „also“, „bei“ und „mir“ bestehen. So, ich steh jetzt auf und geh ritzen.  Und zwar „die Schlampe hat dich nie geliebt!“ unter jeden Eintrag der Parkbank.

In mir schlummert viel Wut. Es fühlt sich aber falsch an, das über Tweets rauszulassen. Werde ich erwachsen? Oder versuche ich, dem Ziege sein Image nicht zu beschmutzen? Ich weiß ja dass es mehr bringen würde sich die Hand an der Wand zu brechen aber wen von uns hat sowas schon vor einem Twitterrage bewahrt? Wut oder Trauer mit der TL zu teilen macht keinen Sinn. Denn anders als Tweets über Glück und Freude lässt sich Hass nur sehr unbefriedigend nach Außen transportieren. Wir machen das trotzdem gern. Alleine rumheulen hilft zwar, ist aber so verdammt erbärmlich dass wir glauben, es breit schmieren zu müssen. Wir wollen „aufn Arm“ (cool dass mir dazu gleich diese Grundsäule von Twitterdogma einfällt, so wie z.B. Nutella oder Flausch). Aber das können wir nicht! Follower A, B oder Raubvögelin haben immer einen Flauschflügel parat aber das hilft uns nicht.

Da hat Twitter seine Grenzen. Gut dass ich das jetzt weiß. Die ganze Sache hat mich so begeistert dass ich blind für die Tücken war. Twitter ist geil! Aber man kann auch Menschen verletzen, ziemlich schlimm sogar. Der eigene Account kann gehackt, Tweets können geklaut und sogar Herzen gebrochen werden. Damit ist Twitter auf der selben Stufe wie Alkohol. Hab Spaß aber kenn dein Limit. Ergibt das Sinn? Eigentlich jain. Denn was der Ziege hier so ganz süffisant umschreibt, passt auch aufs RL! Hab ich mir ja super zusammen gedichtet, diesen Mist, den jeder schon aus dem echten Leben kennt. „what say five fingers to a face? *slap*“ Zur Strafe lass ich das hier so stehen.
Outtakes: Mein Hinterkopf ahnt, dass das niemand liest, deswegen segnet er die Veröffentlichung ab. Mein Hinterkopf rechnet ebenfalls damit, dass all jene die es lesen, hinterher aus Symphatie zum Ziege sagen es wäre toll. Meine Damen und Herren, die Definition von „win/win“

Aus Hunger und dem puren Hass auf alles Lebendige einfach doch mal eine Bockwurst kaufen. Selbsthass und Ekel überwinden und Zähne durch die 12cm dicke Senfschicht schlagen, wo das Fleischabfall-Sägespan-Gemisch wartet. Die Geschmacksknospen suizidieren instant und das Gehirn schaltet auf Autopilot. Man kämpft sich durch, schlägt sich gut, unterdrückt stolz den Brechreiz bis… Das Gehirn schreit „SCHWEINESCHÄDELKNOCHENSPLITTER“ noch bevor die Nervenleitgeschwindigkeit den Schmerz vom Zahnfleisch zum Hirn senden kann. Dann kommt der Schock. Die Welt wird schwarzweiss, Bilder von Weltkriegsmassengräbern, unterlegt von Brahms Emoshit zieht Schleifen durch meinen Körper.

Dann esse ich auf. S’hat schließlich Geld koscht.

Visa, 2 EC-Karten, Perso, Führerschein, Bahn-Card 50, Jahreskarte Zoo, 2 Krankenkassenkarten, 60,- Bargeld.

. . .

Rein wiederbeschaffungstechnisch ein Alptraum. Der Schreck, wenn man bemerkt dass alles weg ist. Die Zeit, die man investieren muss um anzurufen, neu zu ordern oder Wege zu gehen. Scheiße… verdammte Scheiße! Weg! *langweiliger Mittdreißiger-Klingelton* … *langweiliger Mittdrei* „Hallo?“ „Ja, Hi. Ich hab deine Tasche gefunden. Es war keine Telefonnummer drin deswegen habe ich eine halbe Stunde nach deiner Adresse oder Nummer gegogglet. Wo wollen wir uns treffen?“
Als ich nach seiner Zeitvorgabe am von ihm vorgegebenem Platz war, kam ein Typ „Softwareunternehmer“ (wir bauen Add-ons und nautische Programme in linguistische Kalkulatoreninnings für westindische start-ups) und drückte mir mit einem Danke eine Flasche Öko-Rotwein in die Hand. Er müsse los, hätte er doch Feierabend.
Mein Umfeld sagte er hätte mir Geld anbieten müssen. In seiner Brieftasche fand ich jedenfalls Belege vor, die ihn als wohlhabenden Manne auswiesen. Ich sagte ich wolle Dankbarkeit, kein Geld. Ich bekam nichts von beidem.
Nun weiß ich nicht viel über Wein aber ich bin mir fast sicher dass nicht schmecken sollte wie das Wasser aus dem Flamingoteich im Zoo riecht. Ich bin enttäuscht. Ich sah eine einmalige Chance, einem Menschen zu zeigen „Hier, guck mal. Ist garnich alles verloren und scheiße auf der Welt. Hier hast du deine Tasche, alles Geld is noch drin, hab einen schönen Tag.“ Als ich ihn anrief, hatte er das verschwinden seiner Dodo-Leder Hipstertasche noch nicht einmal bemerkt. Für ihn war das alles ein kurzer Schreck.
Ganz ehrlich? Ich würde mich jetzt besser fühlen, hätte ich die 60,- genommen und den Rest volley auf ein Garagendach getreten. Er hat sein ganzes Zeug wieder. Ich aber habe mein Vertrauen in Dankbarkeit verloren. Und bis jetzt hat mich niemand angerufen.

Ihr kennt das ja. Nein, tut ihr nicht, weil eure Realität und… Wirklichkeit und… ach ich hau die Definitionen eh durcheinander. Ich bin zu spät auf den Zug aufgesprungen. Jeder hat einen Blog. Auch habe ich noch nie etwas geschrieben was nicht „Bewerbung“ oder „du miese Schlampe“ als Überschrift hatte. Ich erwähne das nur deswegen, weil die Grundlage für diesen Blog ist, zu schreiben. Mir fällt es schwer, Dinge anzugehen weil der eigene Anspruch mir so sehr im Weg ist, dass er andere Probleme komplett verschleiert. Das ist von meinem Hinterkopf auch so erwünscht. Das muss man sich so vorstellen: „Ich lerne kein Latein! Nicht etwa weil ich an der Grammatik scheitern würde, neiiiin. Sondern einfach weil ich nicht der allerbeste Lateinilolologe wäre, dens wo gibt.“. Sich hier hinzusetzen und einfach loszuschreiben, therapiert mich hart. Wie eine in einem Meer aus“Windows jetzt aktivieren“LECK MICH! Jede Stunde diese Scheiße. Ich sollte in einen Umschlag shitstormen wieso M-soft keine ordentlichen Raubkopien zur Verfügung stellen kann.

 

Wo war ich? Seht ihr? Wo er war, möchte er wissen. Noch nichts kapiert er hat, ein beschissner Padawan er ist. Dieser Blog schwebt irgendwo zwischen sinnvoller Beschäftigung und dem Heischen nach Applaus. Ich hoffe nur dass mein Ego registriert dass es Motivation für ein glückliches Leben nicht aus Klicks von fiktiven Leuten ziehen sollte. Aber es tut so gut! Und ich kann nicht jeden Tag eine Brieftasche finden und einem undankbaren Juppie zurückbringen der dafür versucht, mich mit Ökowein (vom Geschmack her eher Sultaninensurrogat mit einem Buquet von WC-Ente, Nordhang) zu vergiften. Jahahahaha, Anfängerfehler! Ich erzähl doch jetzt nicht die Geschichte und sitz dann morgen ideenlos rum.

bis dann.

Instagramm is ja grade voll in und so. Wenn ich aber meinen pinken Taschenrechner damit knipse ist er nicht mehr pink. Instagramm gibts übrigens auch für den Kopf. Täglich leg ich mir Filter vor Gedanken, die es mir einfacher machen meine Realität um mich zu formen. Das macht Sinn. Würde ich an die Obstfliegenkollonie in meiner Küche ohne Weichzeichner denken, müsste ich aus Panik direkt durch das geschlossene Fenster hulken. Ich seh mich schon unten liegen und hoffen dass ich schnell genug sterbe bevor der Schwarm hinzukommt und meinen Körper schändet. Dank Mind-stagramm allerdings laufe ich in an der Küche vorbei und grüße knapp. Mein Mitbewohner meint die wären „eh bald alle tot“. Sein Mindstagramm is offensichtlich buggy, oder läuft auf Android.

Goodbye to my world of fistfucking fate. This is my very first blog. Click the Edit link to eat or melest it, or start a new univers. If you like, use this drawer to sue readers while you hate this blog and who you plan to eyerape with it.

Happy blogging, bitches.