Meine Oma und Mr. Spock haben etwas gemeinsam. Beide sind diese Woche gestorben. Im Gegensatz zum Ableben Leonard Nimoy’s bekundet jedoch niemand im Internet, wie schlimm er den Tod meiner Oma findet. Und das finde ich gut. Denn heutzutage wird das Ableben jedes noch so geringen Promis im Netz kommentiert und als schlimmes Unglück beschrien.

Was ist das denn bitte für eine abstrakte Art und Weise, Trauer auszuleben? Nagt denn der eigenen Schmerz beim Ableben eines geliebten Menschen so sehr an einem, sodass der Tod Prominenter genutzt werden muss um diese sonst zu intime Seite von sich der Welt zu präsentieren und damit solche Gefühle zuzulassen? Es ist so wunderbar leicht, einen Zweizeiler mit einem traurigen Smiley zu verfassen. Und bloß nicht ein kreatives Foto mit Zitat nicht vergessen, denn vielleicht wird diese Trauerbekundung noch ein Hit mit tausenden Likes, Favs und Retweets!

Ich besitze alle Staffeln der original Star Trek Serie und fand sowohl die Figur Spock als auch den Herrn Nimoy sehr sympathisch. Sein Tod ändert nichts daran und genau wie bei Oma werde mich daran erfreuen was er im Leben erreicht hat und unterlasse hier traurige Smileys. Denn Oma würde auch gar nicht wollen, dass Leute über sie bei Facebook schreiben. Meine Oma hatte kein Facebook. Oma war cool.

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