Ich habe gestern die dritte Staffel Boardwalk Empire beendet und bin begeistert und traurig zugleich.

Irgendwie schafft es HBO am besten, seinen Charakteren Tiefe zu geben. So viele Dinge bleiben unausgesprochen, geschehen dafür glasklar im Kopf des Zuschauers. Bei der Anzahl fantastischer Schauspieler auch kein Wunder. Mit Gyp Rosetti zum Beispiel wurde ein Psychopath erschaffen, der die ganze Zeit völlig unberechenbar bleibt. Ich weiß grad nicht, wer den spielt aber dieser Dude hat in mir ab jetzt einen Fan auf Lebenszeit.

Traurig bin ich, weil ich weiß wie viele der Leute von denen ich weiß dass sie gute Serien lieben, entweder kein Interesse an BE haben oder es nach ein paar Folgen verlieren. Das finde ich sehr schade. Denn besonders in Staffel drei sieht man oft sehr deutlich Scorsese’s Handschrift. Überall im TV werden Leute abgeknallt, in Boardwalk Empire sterben sie. Wie in Casino schafft es beinahe jeder Tod einer Person, mich mehr zu verstören als ein Khal Drogo, der einem Feind die Luft/Speiseröhre heraus reisst. Die bedrückende Stimmung eines drohenden Todes ist in Atlantic City viel allgegenwärtiger als zum Beispiel in Westeros. Und Westeros ist ein Arschloch von Welt.

Naja, ich möchte niemandem meinen Geschmack ans Bein nageln. Stattdessen schwelge ich in Erinnerung an eine Szene, in der Eli eintrifft und mit einer Masse Bewaffneter verkündet:

„I cut a deal“.

Nucky: “ With Torrio?“

Eli: „With him…“

Die Masse teilt sich und ein an dieser Stelle sehr unerwarteter Charakter bahnt sich einen Weg durch die Crowd und sagt:

„We’ve been on the road for 18 hours. I need a bath and some chow. Then you and me sit down… and we talk about who dies.“

epic.

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