Nachdem man das erste Mal im Jahr laufen geht, weiß man wo man fitnesstechnisch steht. Nun, scheinbar liege ich noch. Aber irgendwann ist so ein gemütlicher Winter auch mal vorbei und man ist gezwungen, 2 bis 7 Schichten Klamotten abzutragen. Peinlich, wenn man sich darunter als Bibliothekar aus “Blade” offenbart. Solch eine Körperform ist nicht nur unschön anzusehen. Sie bringt auch körperliche Defizite mit sich. So könnte meine Freundin beispielsweise auf einem Sack Kartoffeln masturbieren und es würde sich anfühlen wie Sex mit mir. Um ein wenig Selbstachtung wiederzuerlangen beschloss ich also, mit dem Laufen anzufangen. Dagegen sprach auch nichts. Das Wetter war schön, ein Zeitfenster vorhanden und ich im Besitz von Laufschuhen, die diese Bezeichnung auch verdienen und einen Laufkomfort bieten, der etwas überhalb eines an die Sohle getackerten Stückchens Pappe liegt.

Also zog ich Kleidung an, die hinterher wegzuwerfen ich nicht scheuen würde. Denn erfahrungsgemäß rieche ich nach dem Joggen wie eine gichtkranke Giraffe, die sich nach dem Genuß von 2 Litern Pavianschweiß übergeben hat. Nun konnte es endlich losgehen und ich schlich mich durch Gebüsche und unter Autos entlang langsam Richtung Wald. Eine Entdeckung durfte ich nicht riskieren, um nicht wie als fetter Mann erkannt zu werden, welcher sich im Schutz des Waldes sportlich zu betätigen sucht. Als ich nach 4 Stunden den Waldeingang an der Teichstrasse erreichte, begann ich einen leichten Trab und fühlte mich sehr erfrischt. Nach ungefähr 20 Metern stellte sich jedoch eine gewisse Unlust ein und ich überdachte angestrengt mein Handeln. Nichtsdestotrotz lief ich weiter und schnaufte wild, sodass alle anwesenden Wildtiere davon stoben und im Wald umher streunende Bärlauchsammler vor Schreck ohnmächtig wurden. Ein Pärchen kam mir entgegen und ich konnte ihrem Blick entnehmen, dass sie sich fragten wie ein Bisent aus dem Wildpark entkommen und über den Fluss gelangen konnte. Beschämt meinen Blick senkend, trabte ich weiter. Nach gefühlt 2,5 langen Märschen durch mindestens zwei Länder auf vier Kontinenten, kam ich an einer mir bekannten Stelle zurück auf die Straße und brach dort zusammen. Wie lange ich dort lag, kann ich nicht sagen. Ich blickte zum Himmel und sah aus dem Augenwinkel, wie eine elfengleiche Person an mir vorüber glitt. Ich starrte ungläubig und begriff erst nach einer halben Ewigkeit, dass diese Person eine Joggerin war. Mühelos schritt sie davon. Ihr gebräunter schlanker Körper sah aus, als hätten die Power Rangers einen Mega Zord aus geräucherten Meeresfrüchten erschaffen. Ich hatte jedoch keine Zeit, mich lange über sie zu wundern, da sich mein Hungergefühl meldete und mir befahl, schnell den heimatlichen Herd aufzusuchen, um mir 2 Kilogramm Nudeln mit Mayonnaise in den Kopf zu stecken.

Am Haus angekommen stellte ich mit Schrecken fest, dass ich lediglich den Haustürschlüssel, nicht aber den vom Hauseingang mitgenommen hatte. Ich klingelte Sturm und weder meine Freundin noch der sich mit uns in einem gemeinsamen Mietverhältnis befindende Herr Doktor Berndt öffnete mir die Tür. All mein Vertrauen in den Hund setzend, versuchte ich den Jingle der Frolic Werbung nachzuklingen. Ohne Erfolg. Gottseidank erbarmte sich nach ungefähr 7 Stunden ein Hausbewohner, das Haus zu verlassen um seinen Vorrat an Gösser aufzufüllen. Geschwind huschte ich ins Haus und schloss mich, in den eigenen vier Wänden angekommen, im Badezimmer ein, um diese Zeilen zu schreiben.

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Meine Oma und Mr. Spock haben etwas gemeinsam. Beide sind diese Woche gestorben. Im Gegensatz zum Ableben Leonard Nimoy’s bekundet jedoch niemand im Internet, wie schlimm er den Tod meiner Oma findet. Und das finde ich gut. Denn heutzutage wird das Ableben jedes noch so geringen Promis im Netz kommentiert und als schlimmes Unglück beschrien.

Was ist das denn bitte für eine abstrakte Art und Weise, Trauer auszuleben? Nagt denn der eigenen Schmerz beim Ableben eines geliebten Menschen so sehr an einem, sodass der Tod Prominenter genutzt werden muss um diese sonst zu intime Seite von sich der Welt zu präsentieren und damit solche Gefühle zuzulassen? Es ist so wunderbar leicht, einen Zweizeiler mit einem traurigen Smiley zu verfassen. Und bloß nicht ein kreatives Foto mit Zitat nicht vergessen, denn vielleicht wird diese Trauerbekundung noch ein Hit mit tausenden Likes, Favs und Retweets!

Ich besitze alle Staffeln der original Star Trek Serie und fand sowohl die Figur Spock als auch den Herrn Nimoy sehr sympathisch. Sein Tod ändert nichts daran und genau wie bei Oma werde mich daran erfreuen was er im Leben erreicht hat und unterlasse hier traurige Smileys. Denn Oma würde auch gar nicht wollen, dass Leute über sie bei Facebook schreiben. Meine Oma hatte kein Facebook. Oma war cool.

Ich habe gestern die dritte Staffel Boardwalk Empire beendet und bin begeistert und traurig zugleich.

Irgendwie schafft es HBO am besten, seinen Charakteren Tiefe zu geben. So viele Dinge bleiben unausgesprochen, geschehen dafür glasklar im Kopf des Zuschauers. Bei der Anzahl fantastischer Schauspieler auch kein Wunder. Mit Gyp Rosetti zum Beispiel wurde ein Psychopath erschaffen, der die ganze Zeit völlig unberechenbar bleibt. Ich weiß grad nicht, wer den spielt aber dieser Dude hat in mir ab jetzt einen Fan auf Lebenszeit.

Traurig bin ich, weil ich weiß wie viele der Leute von denen ich weiß dass sie gute Serien lieben, entweder kein Interesse an BE haben oder es nach ein paar Folgen verlieren. Das finde ich sehr schade. Denn besonders in Staffel drei sieht man oft sehr deutlich Scorsese’s Handschrift. Überall im TV werden Leute abgeknallt, in Boardwalk Empire sterben sie. Wie in Casino schafft es beinahe jeder Tod einer Person, mich mehr zu verstören als ein Khal Drogo, der einem Feind die Luft/Speiseröhre heraus reisst. Die bedrückende Stimmung eines drohenden Todes ist in Atlantic City viel allgegenwärtiger als zum Beispiel in Westeros. Und Westeros ist ein Arschloch von Welt.

Naja, ich möchte niemandem meinen Geschmack ans Bein nageln. Stattdessen schwelge ich in Erinnerung an eine Szene, in der Eli eintrifft und mit einer Masse Bewaffneter verkündet:

„I cut a deal“.

Nucky: “ With Torrio?“

Eli: „With him…“

Die Masse teilt sich und ein an dieser Stelle sehr unerwarteter Charakter bahnt sich einen Weg durch die Crowd und sagt:

„We’ve been on the road for 18 hours. I need a bath and some chow. Then you and me sit down… and we talk about who dies.“

epic.

Da das Wetter bereits seine Bikinifigur hat, beschloß ich, den Tag etwas unter niedlichen Geschöpfen zu verbringen. Also sattelte ich meinen Drahtesel und begab mich auf die Reise zum ansässigen Wildpark. Die Reise verlief ereignislos, war unbeschwert und dank etwas Proviant von zwei Dönern wurde mir auch um meinen Magen nicht bange. Bei meiner Ankunft erblickte ich bereits eine Rotte von quakenden Müttern, die von Kopf bis Fuß bepackt mit Säuglingen, sehr ernsthaft über Kindergartenplätze stritten. Ich rollte gutgelaunt in Richtung des erste Geheges, in denen laut Schild ein Elch hausen sollte. Der Elch war ungefähr 1,70m hoch, besaß keinerlei Haupthaar und bemühte sich, Rost von einer wahllos im Gehege platzierten Wanne zu entfernen. Er sah mich mit einem recht dümmlichen Gesichtsausdruck in seinen kleinen Augen an und sprach: „Hier könnse nisch so wie ä Kaputter lang brettern! Fahrrad fahren is hier verboten, könnse nisch läsen oder was?!“. „Ist das ein Rätsel?“ stammelte ich und stieg von meinem Zweirad, um es von nun an zu schieben. Insgeheim schwor ich mir, auf meinem Rundgang mindestens 12 Sorten Tierkot aufzusammeln, um den Elch später feierlich damit zu bewerfen.
Ich kam nun an eine Wiese und sah allerlei Getier um mich herum. Hirsche, Füchse, Dachse und Kleinkinder waren zugegen, um in Ihrer natürlichen Lebensumgebung mein Herz zu erfreuen. Ein Opa schleifte seinen teilnahmslos dreinblickenden Enkel hinter sich her und wies mit einem riesigen Ast auf Schilder, wobei er gegenüber dem Kinde scheinbar wahllos über Rechtsschutzversicherungen von Bibern referierte. Ich erfragte den Weg zum Tyrannosauriergehege und erntete verständnislose Blicke. Sicherlich hatten die Beiden ebenfalls das Geld für einen Parkplan sparen wollen.
Ich kam zur Wiese der Ziegen und vertiefte mich mit einer Heidschnucke in ein Gespräch über die Möglichkeit der Existenz von Wurmlöchern im Quantenschaum auf subatomarer Ebene. Als wir das laute Knacken eines Astes hörten, blickten wir uns erschrocken um und sahen die Mütter am Avocadogehege randalieren. Sie bewarfen das Rotwild mit Böllern und fauchten den Elch an, der panisch auf einen Baum kletterte und in Richtung Süden davon flog. Die Mütter markierten die umstehenden Bäume mit Ihrem Urin und zogen in Richtung Blockhaus weiter, um an Bratwürsten zu äsen. Da die Gefahr nun vorbei zu sein schien, kaufte ich mir ein Eis und einen mittelgroßen Otter. Gedankenverloren streichelte ich das Eis und leckte am fauchenden Otter, während ich mich dem Ende meines Rundgangs näherte. Am Dachsbau tauschte ich schnell zwei Kinder gegen eine Handvoll Sauerkirschen, mit denen ich später noch den Tyrannosaurier füttern wollte. Leider war dieser nicht mehr zugegen – durch ein Unglück, wie ich erfahren musste. Durch eine Renovierung seines Stalls war er von der Parkleitung überredet worden, übergangsweise in einem Hotel in Halle zu nächtigen, weswegen er spontan beschloß, auszusterben.
Ein wenig bedrückt, dafür aber mit einer Handvoll Abenteuer und zwei neuen Waschbären im Gepäck, bestieg ich mein Fahrrad und fuhr wieder in meine Wohnung und gönnte mir eine Tasse Kaffee und zwei Striche WLAN.

Schreibe ich für Sie vielleicht zu leise? Soll ich mehr Energie in meine Schreibstimme legen? So vielleicht? Was? Sie haben Capslock erwartet? Wieso? Waren Sie verabredet? Nein nein, die Betonung meiner Stimme in Ihrem Kopf ist ja völlig falsch! Das werden Sie ja wohl auch ohne… na hier, Dingsi… hinbekommen. Am besten wäre es, Sie stellen das Lesen ganz ein. Also nur das Lesen dieses Textes hier, dessen Zweck Sie ja scheinbar völlig fehlinterpretieren. Interpretieren! Sie! Mich! gefälligst! Scheisse jetzt hab ich gefälligst klein geschrieben, obwohl es ein eigener Satz ist. Gefälligst! Nicht! Falsch! CAPSLOCK! Hihi, Sie haben sich erschreckt, ich schrieb es ganz deutlich. Aber ich entschuldige mich. Verzeihen Sie. Bitte lassen Sie mich noch ein wenig Ihre Zeit vergeuden, ja? Kennen Sie denn die Vorzüge von Buttermilch? Buttermilch denkt nicht nach beim Lesen. So ein gedachter Dialog, der zum Monolog nur dadurch wurde, dass Sie beim Lesen viel zu viel denken. Ja, das Denken schreiben wir alle groß. Dabei finde ich sowieso, dass nicht wichtig ist was A sagt, sondern was B versteht. Finde ich? Wirklich?? Oder finde dich? Ich wünschte ich könnte jeden Tag aufs Neue Lesen lernen.

An den südosteuropäisch anmutenden Fahrer des S-500, der mich eben auf der Industriestraße beinahe überfahren hat:

Ich radelte auf dem Fahrradstreifen (ja, ICH fuhr auf meiner Seite der Straße) entlang, als du mir mit 120 Sachen frontal entgegen kamst, weil du in einer 50er-Zone zwei Autos überholen musstest. Hui, warst du schnell unterwegs! Als du meinen Ellenbogen um ca. 30 cm verfehlt hast – was mir bei 120 km/h dann doch ein wenig eng deucht – fiel mir trotz meiner Todesangst noch dein Gesichtsausdruck auf. Ich kenne diese Mimik. Wenn man trotz innerlicher Anspannung noch versucht, gelassen auszusehen. Kenne ich. Passiert mir aber ehrlich gesagt eher, wenn ich meine Ex im Netto sehe. Ich bringe andere Menschen recht selten in Lebensgefahr, weißt du?
Ich war erschrocken, fasste mich aber schnell, hielt an und fuhr dir hinterher. Am Kreisverkehr hab ich dich dann aus den Augen verloren, dabei hatte ich mein Fahrradschloss schon in der Hand. Ich sag dir mal was passiert wäre, hätte ich dich eingeholt. Ich hätte in irgendeiner Form mein Schloss oder Fahrrad gegen deinen Benz geworfen. Du wärst natürlich so dumm gewesen, auszusteigen. Dann hätte ich dich totgeschlagen. 31 Jahre Erfahrungen und Erlebnisse mit Idioten des Straßenverkehrs hätten sich durch mein Fahrradschloss in dein Gesicht entladen.
Aber du warst zu schnell für mich. Schade. Ich bin heute, glaube ich, nur knapp dem Tod entkommen. Du aber auch, Homeboy. Du auch.

Feierabendliche Internetbeschallung. Dazu Klänge von Marusha. Keine musikalischen, sondern polschi… polistisch… polititzirt… na hier, Marusha… sag mal schnell, du kennst dich doch aus!

Die alte Dame der deutschen elektronischen Auflegetechnik hat etwas über die Kanzlerin gesagt. Nicht erzählt, denn das setzt ja voraus dass man in groben Zügen weiß, was man da von sich gibt. Wenn man sich also mit „Angela Merkel lässt mich nachts ruhig schlafen.“ zitieren lässt, muss die eigene Intelligenz nicht nur stark Schlagseite haben, sondern bereits drei mal fröhlich um die eigene Achse gekentert sein. Es sei denn, „Die Welt“ hat hier etwas falsch interpretiert und der Teddy der guten Frau heisst „Angela Merkel“. Achsoooo, na dann. Und wer ist eigentlich die Zielgruppe? Das Jahr 1993? Selbst Wikipedia muss erstmal googeln, wer Marusha ist.

Worauf will ich hinaus? Folgendes: Wie weit ist das erkaufte politisches Bekenntnis eines C-Promis eigentlich von einem drei-minütigen wohlmeinenden Husten Helmut Schmidts in Richtung seiner SPD entfernt? Was sagt das aus? Was soll das in mir bewegen? Diese Aufmerksamkeitsstrategien sind doch verbraucht und so abgenutzt, dass jede Alltersgruppe nur noch darüber schmunzelt. Was wird denn dadurch erreicht, Marusha so etwas sagen zu lassen außer Spott herbeizuführen? Ich bin mir nicht sicher, ob da Dummheit oder Berechnung dahinter steckt. Beides macht mir jedenfalls Angst und nimmt mir wiedermal die Lust an politischer Partizipation.

Naja, nur so ein Gedanke. Ich bin ja Bürger, ich darf nachdenken.

Auch über Blödsinn.

Nichts erhitzt mein Gemüt zuverlässiger und schneller, als ein baumarktlich erworbenes Produkt aufzubauen.
Hier meine Textbausteine aus einer Whatsapp-Konversation zu diesem Thema.

„Schraube fehlt, Thema beendet. Fick dich, Gott. Dem es gefällt, mich bei
J!
E!
D!
E!
R!
handwerklichen Scheisse scheitern zu sehen.“
„Deine tolle Wohnung zu sehen hat mich kurz angestachelt, die Rollos aufzubauen und somit davor zu bewahren, einfach in eine Ecke gestellt und irgendwann weggeschmissen zu werden.“

„Mit ganz viel Glück und einem günstigen Planetenstand kommt Mutter irgendwann vorbei und nimmt die Dinger wieder mit, um sie zu Otto zurück zu schicken. Im Januar oder so.“

„Ich hatte mal sowas wie Ersatzschrauben irgendwo, weil Papa uns alle paar Jahre Werkzeug und Schrauben gibt. Ich verliere das regelmäßig.“

„Ich habe noch nie gebohrt. (doch, einmal und bin dabei auf einen Kieselstein in der Wand gestoßen und abgerutscht, was mir ein 20cm breiten Krater in der Wand beschert hat)“

„Ich kann keine Ikeascheisse zusammenbauen. Nichts über der Komplexität eines einteiligen Regals“
„Sokrates hat gesagt ‚Ich weiß dass ich nichts weiß.‘ Schön. IKEA hat mir gesagt ‚Ich weiß, dass du nichts kannst.'“

„Ich bekomme regelmäßig Wutanfälle wenn ich diese kryptischen Anleitungen auch nur sehe. Diese komplizierte Scheisse kann mich mal! Die schaffen es ja noch nicht einmal, auf Teil A2 „Teil A2″ draufzuschreiben! Wie dumm die sind!“

„Neiiin, statt dessen muss man eine 1½ seitige Auflistung aller Teile und Schrauben studieren, interpretieren und auswendig lernen, um überhaupt erstmal zu verstehen was man denn überhaupt tun soll und an welcher Ecke man anfangen (oder in meinem Fall: scheitern) soll.“

„Ich will doch einfach nur Kleber oder Steckmechanismen, ist das denn im fucking 21. Jahrhundert zu viel verlangt? Wer produziert diese Möbel? Das Jahr 1978?!“

„Und dann dieser Hohn… „Ach das ist doch ganz einfach!“ DANNMACHSDOCHWENNDASSOINFACHISTUNDDUDASKANNSTOHNEINDIEHOLZKANTEBEISSENZUWOLLEN!!!“

PS: ja, es waren Rollos… „nur“ Rollos….
PSS: EVIL ROLLOS OF RAPE, SODOMY AND DEATH!!!

Mal Hand aufs Herz und Butter bei die Fischsurrogatstäbchen: man sucht sich seine Hausärzte nach einfachen Kriterien aus.

1. Nähe zur Wohnung. Niemand hat Bock, sich krank mehr als 200m weit zu bewegen. Außer in Berlin, wo man generell immer mehr als 24km vom nächsten Irgendwas entfernt ist.

2. Wartezeit. Mehr als eine Stunde Warten finde ich für einen Hausarztbesuch nicht akzeptabel. Man sollte also Arztpraxen meiden, in denen das Durchschnittsalter der Patienten die eigene Kontonummer übertrifft.

3. Erfahrungswerte. Kennt man jemanden, der sich dort behandeln lässt (seinen Krankenschein abholt)? Welche Erfahrungen hat diese Person dort gemacht?

Folglich ist meine Hausärztin die Mutter eines Bekannten, ich laufe nur 5 Minuten und warte höchstens 45. Da ich selten ernsthaft ungesund bin, war ich immer höchst zufrieden mit ihr. Bis ich vor einer Woche krank wurde. Klug wie ich bin, ging ich nämlich mit einem Schnupfen weiterhin arbeiten, woraus ein völliger Zusammenbruch meines Kreislaufs (etwas Halsweh) und hohes Fieber (leichtes Schwindelgefühl) resultierten. Ich ersuchte also ärztlichen Rat und ging dazu in besagte Praxis. Obwohl mir beim Öffnen der Tür bereits, von der Arzthelferin mühsam gestapelte, Rentner entgegenfielen, wurde ich nach 45 Minuten aufgerufen. Ich betrat den Raum und schilderte mein Gebrechen. Was folgte, war ein flüchtiger Blick in meinen Rachen, 5 Sekunden Abhören meiner Atemwege und ein genuscheltes „hmm… Lunge is frei“. Dann noch ein Rezept für ein besseres Lutschbonbon und den Krankschein. Nach 2 Minuten war ich draußen und beruhigt. Ist also doch nichts Schlimmes. Puh, also doch kein Krebs-Aids.

Die nächsten 4 Tage waren… unschön. Ich habe insgesamt 7 Stunden geschlafen und 4 Rollen Klopapier vollgerotzt und zugeschleimt. Nein, Frau Dr. Namensagichliebernich. Anscheinend ist es doch kein kleiner grippaler Infekt. Statt dessen irgendetwas Bakterielles. Und ich habe kein Antibiotika im Haus. Macht nichts, geh ich einfach nochmal hin, sollte es mir nicht in ein paar Tagen besser gehen (ging es nicht). So geschehen heute. Ich habe sie mit allem konfrontiert, was ich zu bieten hatte. Und diese Frau ignoriert das alles so gekonnt und kaltschnäuzig, dass ich vermuten muss, sie betreibt diese Art von Abfertigung schon seit Jahren. Peng! 2 Minuten später waren ich und mein neues Rezept für Lutschtabletten bereits wieder in der Frühlingssonne.

Ehrlich, sowas geht gar nicht. Und trotzdem bin ich allein an meiner Misere schuld. Wer hat sich denn aus den völlig falschen Gründen für diese Ärztin entschieden? In einem Viertel mit über 20 Hausarztpraxen! Jetzt liege ich unter 3 Decken und hoffe, dass das Kribbeln bei jedem Atemzug keine Lungenentzündung ist. Selbstverständlich werde ich der Frau in allen Portalen, wo sowas möglich ist, eine schlechte Bewertung reindrücken (ehrlich, ich finde raus was ihr ebay Account ist, kaufe irgendeinen Scheiß wie einen Gartenstuhl und bewerte sie schlecht weil der Stuhl die Pest hat und sie das in der Artikelbeschreibung nicht angegeben hat!).

Ich schreibe das jetzt nicht weil es ein lustiges Erlebnis war, sondern weil es eine scheiß Metapher auf unser Leben ist. Wir treffen mutwillig dumme Entscheidungen und sind nicht mutig genug, proaktiv dagegen vorzugehen. Statt dessen ärgern wir uns im Stillen und schreiben einen scheiss Blogartikel, anstatt der Ärztin offen zu sagen dass man mit dieser Abfertigung nicht zufrieden ist.

Schon mal beim Frisör gewesen? Ich offensichtlich nicht. Bei mir schneidet das Mama, leider. Meine mir durch diesen Umstand antrainierten Haargelskillz verdecken mittlerweile Mutters Krater und Lücken so fantastisch, dass selbst die US Airforce regelmäßig anfragt, ob ich denn ihre Tarnkappenbomber mit Got2b Gel Kleber unsichtbar machen könnte. Frisörinnen jedoch, rammen sich schon ihre Schere in die Schläfen, wenn ich auch nur an ihrem Arbeitsplatz vorbeilaufe. Und sie haben Recht. Was Mutter alle 4 Wochen mit meinem Haupthaar veranstaltet, lässt einen manch Kriegsverbrechen mit Schulterzucken abtun. Man sollte ja meinen, dass man in 2 cm langes Haar keine 3 cm tiefen Ecken rein bekommt aber neiiiiiiiiiiin! Schaut euch meine Mutter an! Sie und ihre Schere spucken der Physik ins Gesicht!
Das einzige, was mein Haupthaar vermutlich noch retten könnte, ist ein Lord Eddard Stark Haarschnitt. Oder ein gescheiter Frisör. Da ich aber auf meiner Suche nach einem Haarschnitt meist nur auf Menschen treffe, deren IQ es nicht einmal erlauben sollte, einen Eimer Wasser richtig herum zu halten, laufe ich immer wieder weinend zu Mama und ihrem Folteretui mit Schere und Haarschneidemaschine. Diese Schere ist so unfassbar stumpf, dass sie selbst an Zigarettenrauch scheitern würde. Und die Haarschneidemaschine? Ich weiß jetzt nicht, ob es historische Aufzeichnungen gibt in denen die feudalen Lehnsherren, welchen vermutlich schon mit diesem Krüppel der Feinmechanik die Köpfe geschoren wurden, über ihre Erlebnisse berichten. Ich mag sie nicht. Sie ist laut und beisst mehr als dass sie schert. Alles was ich möchte, ist ein vernünftiger Haarschnitt der nicht danach aussieht, als hätte Mama oder Mandy aus Wurzen ihn verbrochen.

Ich muss aufhören. General Mark A. Welsh ruft an.